Montag, 30. Juli 2012

Ovid, röm. Philosoph und Dichter, 43 v.Chr. - 18 n.Chr.

Das Zeitalter welches wir das Goldene benannt haben, 
war gesegnet mit den Früchten der Bäume 
und mit den Kräutern, welche die Erde hervorbringt, 
und der Mund der Menschen wurde nicht mit Blut befleckt. 
Damals bewegten die Vögel ihre Schwingen sicher in den Lüften, 
und der Hase durchstreifte das freie Feld ohne Furcht. 
Damals wurde der Fisch nicht das arglose Opfer des Menschen. 
Jeder Ort war ohne Verrat; keine Ungerechtigkeit herrschte - 
alles war von Friede erfüllt.
 In späteren Zeitaltern schmähte und verachtete ein Unheilstifter 
diese reine einfache Nahrung und versenkte in seinen gefräßigen 
Wanst Speisen, die von Leichnamen herrühren. 
Damit öffnete er zugleich der Schlechtigkeit den Weg.

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